Wenn man sich auf YouTube so umsieht, dreht sich beim Sim-Racing oft alles um Wettkampf, Rating und die Frage, wie man noch schneller und besser werden kann.

Auch ich wäre fast in diese Falle getappt und hätte aus meinem Hobby einen zusätzlichen Stressfaktor gemacht. Da denkt man schnell: „Wow, der andere Fahrer ist auf dieser Strecke ganze zwei Sekunden schneller als ich. Ich muss unbedingt an meiner Konstanz arbeiten.“ Also fährt und fährt man, verbessert sich vielleicht auf 1,5 Sekunden Rückstand und ist trotzdem frustriert.

Dabei übersieht man etwas ganz Wichtiges: Nicht jeder hat die gleiche Zeit zum Üben und Trainieren. Nicht jeder bringt das gleiche Talent mit. Und mit Ü50 reagiert man wahrscheinlich auch nicht mehr so wie ein 20-Jähriger.

Ich glaube, von Leuten wie mir gibt es da draußen viele. Man hört und sieht sie nur selten auf YouTube oder in den sozialen Medien. Vielleicht gehörst du ja auch dazu.

Mein Alltag besteht aus Vollzeitjob, Familie, Haus, Garten und vielen anderen Dingen, die für mich eine höhere Priorität haben als Sim-Racing.

Deshalb setze ich mich in mein Rig, wenn die Zeit es zulässt und ich einfach etwas Angenehmes machen möchte. Zum Beispiel abends noch ein paar entspannte Rennen fahren und Spaß haben.

Wenn ich ins Rig steige, möchte ich sofort fahren. Ich möchte mich nicht an einen Rennkalender halten oder tagelang für eine Strecke trainieren, nur um dann in Kurve 1 abgeschossen zu werden und zwei Stunden auf das nächste Rennen zu warten. In zwei Stunden liege ich meistens schon gemütlich im Bett.

Auch Communities und Ligen habe ich ausprobiert. Das Problem ist nicht die Qualität der Rennen, sondern meine verfügbare Zeit. Es stresst mich, wenn ich weiß, dass ich jeden Dienstag um Punkt 19 Uhr Zeit und Lust für zwei Stunden Rennaction haben muss. Idealerweise sollte man dann vorher sogar noch trainieren, um nicht hinterherzufahren.

Die Rennen selbst haben mir immer Spaß gemacht. Aber wenn in der Woche darauf etwas anderes dazwischenkommt, verliert man schnell den Anschluss und irgendwann auch die Motivation.

Aus genau diesem Grund fahre ich inzwischen sehr häufig KI-Rennen.

Mit Hilfe von Trading Paints habe ich mir in iRacing mein eigenes Starterfeld zusammengestellt und fahre aktuell gegen die DTM-Saison 2026 mit Fahrern wie Preining, Auer, Engel, Bortolotti und vielen anderen.

Jetzt denkst du vielleicht:

„iRacing, um gegen KI zu fahren?“

Ja, und das funktioniert erstaunlich gut.

Die KI hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Man kann entweder einen festen Schwierigkeitsbereich festlegen oder die adaptive KI nutzen. Letztere benötigt allerdings ein paar Rennen, um sich an das eigene Fahrniveau anzupassen.

Ich persönlich bevorzuge feste Einstellungen, zum Beispiel einen Bereich von 65 bis 75 Prozent, wenn ich mich selbst ungefähr bei 70 Prozent einschätze. So sehe ich auch, ob ich mich verbessere. Wird die KI zu leicht, erhöhe ich die Stärke einfach in kleinen Schritten.

Der große Vorteil: Die KI hat immer Zeit, wenn ich Zeit habe.

Wenn ein Rennen in Kurve 1 schiefgeht, starte ich einfach neu und versuche es noch einmal. Ohne Wartezeit, ohne Frust. Und das Beste daran: Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich einmal einen Unfall verursache, und die KI beschimpft mich anschließend auch nicht über den Voice-Chat.

Wer möchte, kann in iRacing sogar komplette Meisterschaften nachbauen, inklusive Rennkalender, Strecken, Startzeiten und wechselnden Wetterbedingungen.

So fahre ich abends ganz entspannt meine Rennen, freue mich über die Platzierung, die ich erreicht habe, und steige zufrieden aus meinem Rig.